Kippeln

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bearbeitet von: Lemango/nbanditt

kippeln

Verb

Person Wortform
Präsens ich kipp(e)le
du kippelst
er/sie/es kippelt
Präteritum ich kippelte
Konjunktiv II
(Präteritum)
ich kippelte
Imperativ Singular kipp(e)l(e)
Plural kippelt
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gekippelt haben

Alle weiteren Formen: Flexion kippeln

Worttrennung:

kip∙peln

Bedeutungen:

[1] auf einem Stuhl oder Hocker das Gewicht nach hinten verlagern und darauf balancieren und schaukeln

[1] kippeln (Foto: lemango)























[2] aufgrund von Unebenheit leicht wackeln
[3] unsicher sein, nicht ganz feststehen

Synonyme:

[1] schaukeln, wippen, wackeln

Gegenwörter:

[1] ruhig sitzen

Oberbegriffe:

[1] zappeln

Beispiele:

[1] Ich sitze beim Martin auf dem Balkon und kipple gefährlich mit dem Stuhl.
(Süddeutsche Zeitung, 14.6.2005 S.42 )
Wenn Grundschullehrerinnen auf Jungs treffen, die gern auf dem Stuhl kippeln, mit Stiften spielen und durchs Klassenzimmer rennen, führt das oft zu Unverständnis und Stigmatisierung.
(Nürnberger Zeitung; 11.2.2015; S. 22; Sprachwissenschaftler entdeckte unterschiedliche Strukturen im Gehirn)
Die "Regeln für die Klasse 3" sind auf einem großen Plakat im Unterrichtsraum aufgehängt: "Ich kippele nicht mit dem Stuhl".
(Mannheimer Morgen; 27.10.2006; Die Lukasschule schmiedet Umzugspläne)
[2] Die kippelnden Platten nerven die Stargarder eigentlich schon seit Jahren.
(Nordkurier, 8.8.2007; Kippelnde Platten nerven Anwohner)
Sabine nickte erwartungsfroh, aber Herr Kuppisch setzte dem ein Ende, indem er Sabine den Parteiantrag einfach wegnahm, ihn ein paarmal faltete und unter den kippelnden Tisch klemmte.
(Berliner Morgenpost, 27.7.1999, S.12)
Osang schreibt über Menschen, denen es gut geht, nur dass ihnen niemand die Frage zu stellen wagt, auf die es ihnen im Grunde ankommt: ob sie glücklich sind. Dann würden sie nämlich genau so zu erzählen anfangen, wie es Osang macht, mit dieser etwas belegten Stimme, die sich überrascht selbst zuhört. Und wenn es an die großen Lebensfragen geht, werden sie dauernd an den kleinen Dingen in ihrem Blickfeld hängen bleiben, einem Schälchen Meerrettich auf dem Tisch, kippelnden Gehwegplatten oder im Eisschrank versteckten Hausschuhen.
(Neue Zürcher Zeitung; 23.12.2003; S.41; Weihnachten in der Wüste)
[3] Die sozial-liberale Regierung kippelte damals ständig. Am Ende wurden, wie geplant, 300 Hektar Wald gerodet. Und längst dröhnen Großraumflugzeuge in den Himmel über dem Startbahn-Wald.
(Die Zeit; 6.11.1987; S. 2; Zum Jahrestag ein Doppelmord)
Die Bezirksliga 3 scheint kein gutes Pflaster für Wolfenbütteler Teams zu sein. Germania und Fuhsetal sind bereits abgestiegen, Adersheim kippelt bedenklich.
(Braunschweiger Zeitung; 19.5.2007; Die Stunde der Wahrheit)
Tatsächlich aber macht "Gestern noch" aus der Not eine Tugend und legt dem authentischerweise nicht über souveräne Eloquenz verfügenden Nikolas eine Sprache in den Mund, die zwischen vager Selbstsicherheit und dem Festhalten an tradierten Floskeln hin- und herkippelt. Herausgekommen ist dabei ein Roman, der kein sozialpolitisches Pathos braucht, um Sympathien für sogenannte "Hinterwäldler" zu wecken.
(Falter; 19.9.2007; S.70; Neue Bücher)

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] auf/mit dem Stuhl kippeln, nach hinten/vorne kippeln, Schüler kippeln
[2] kippelnder Tisch, kippelnde Platten
[3] bedenklich kippeln

Wortbildungen:

hin- und herkippeln, kipp[e]lig / kipp[e]liger / am kipp[e]lligsten, kippelnd, Stühlekippeln


Hier findet sich die Materialsammlung zum Wort kippeln.