Materialsammlung zum Wort Shitstorm

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Auf dieser Seite werden Materialien gesammelt und das festgehalten, was bei der Erstellung des Wörterbuchartikels zum Wort Shitstorm wichtig war / ist.
Die bearbeiteten Wörter dienen nur als Beispiel, ihr könnt hier viel mehr sammeln. Die Materialsammlung dient auch als Nachweis für nicht ausgefüllte bzw. weggelassene Angaben.


Beobachtungen:

Es gibt auch die halb eingedeutschte Form Shitsturm, zu der dann der Plural Shitstürme gebildet wird:

Was darf zum Beispiel Satire? Da sind Shitstürme echt erhellend. Das hat’s aber auch vor dem Internet schon gegeben.
(Nürnberger Nachrichten, 06.09.2014, S. 3; Ich mag’s, wenn sich Menschen erzürnen // Tausendsassa - Ein Interview mit Christian Ulmen)

Neben der Form Shitstorms ist im Genitiv Singular auch die Form Shitstormes denkbar, diese ist jedoch nicht belegt.

Belegsammlung:

Bedeutung:

Der "Duden" definiert einen Shitstorm als "Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht".
(Die Presse, 30.11.2014, S. 29; Maschinenraum)
Als „Shitstorm“ wird die öffentliche Entrüstung im Netz bezeichnet, bei der sich Argumente mit Beleidigungen und Bedrohungen mischen, zuletzt etwa gegen Banken.
(Nürnberger Nachrichten, 14.02.2012, S. 24; „Shitstorm“ ist Anglizismus des Jahres - Jury: Keine deutsche Übersetzung für öffentliche Entrüstung im Netz)

Synonyme:

Bislang kannte die Welt den Shitstorm – eine digitale Entrüstung in sozialen Netzwerken, bei der in kurzer Zeit via Internet einer Person oder einem Thema ein Haufen Gemeinheiten entgegengeschleudert werden. Jüngst traf der bislang wohl größte Shitstorm im deutschsprachigen Web den Schlagerbarden Michael Wendler. Wenige Stunden nach einem Fernsehauftritt des Sängers schlossen sich auf Facebook 100 000 Menschen zu einer Anti-Wendler-Gruppe zusammen. Die Kommentare, die dort geäußert wurden, werden hier aus Gründen des guten Geschmacks nicht veröffentlicht. Das Gegenteil eines solchen Hass-Sturms ist der Candystorm, den Claudia Roth jetzt erlebt. Nach ihrer Niederlage bei der Urwahl überschütteten Sympathisanten die Parteichefin über Twitter mit Zuspruch.
(Süddeutsche Zeitung, 13.11.2012, S. 4; AKTUELLES LEXIKON)
Der Shitstorm ist ein relativ junges Phänomen. Welche Wucht solche virtuellen Proteststürme entfalten können, haben in der Schweiz schon einige Firmen erlebt. Die Migros wurde 2012 von einem erfasst, als sie bereits im Oktober Weihnachtsgebäck in die Läden stellte. Binnen Stunden reklamierten 13 000 Kunden.
(NZZ am Sonntag, 12.10.2014, S. 36; Der schöne Schein)

Gegenwörter:

Bislang kannte die Welt den Shitstorm – eine digitale Entrüstung in sozialen Netzwerken, bei der in kurzer Zeit via Internet einer Person oder einem Thema ein Haufen Gemeinheiten entgegengeschleudert werden. Jüngst traf der bislang wohl größte Shitstorm im deutschsprachigen Web den Schlagerbarden Michael Wendler. Wenige Stunden nach einem Fernsehauftritt des Sängers schlossen sich auf Facebook 100 000 Menschen zu einer Anti-Wendler-Gruppe zusammen. Die Kommentare, die dort geäußert wurden, werden hier aus Gründen des guten Geschmacks nicht veröffentlicht. Das Gegenteil eines solchen Hass-Sturms ist der Candystorm, den Claudia Roth jetzt erlebt. Nach ihrer Niederlage bei der Urwahl überschütteten Sympathisanten die Parteichefin über Twitter mit Zuspruch.
(Süddeutsche Zeitung, 13.11.2012, S. 4; AKTUELLES LEXIKON)
Außerdem scheint es, dass es heutzutage eh nur zwei mediale Pole gibt: die positiven "Hypes" und die grauslichen "Shitstorms".
(Falter, 14.05.2014, S. 4; Post an den Falter)
Nach massiven Verbalattacken gegen "ZiB 24"-Moderatorin Lisa Gadenstätter stärkt ihr nun ein Flowerrain auf Twitter den Rücken. (...) Auch am Tag fünf nach der "ZiB 24"-Diskussion zur aktuellen Nahost-Krise sorgt die Sendung, bei der ein muslimischer Diskutant das Studio vorzeitig verließ, für Gesprächsstoff. Seit dem Wochenende war ORF-Moderatorin Lisa Gadenstätter mit brutalen Verbalattacken und sogar Morddrohungen auf mehreren Facebook-Seiten konfrontiert, zudem ging eine große Menge an gleichlautenden Protestmails bei verschiedenen Stellen im ORF ein, vom Kundendienst über die Redaktion bis zum Generaldirektor. Quasi über Nacht folgte nun aber auf den Shitstorm (Sturm der Entrüstung und Kritik im Internet) gegen die Moderatorin ein Blumenregen. Ausgerufen hatte diesen AMS-Vorstand Johannes Kopf auf Twitter. Dienstagvormittag schrieb er dort: "Ich starte einen @LJFlowerrain für die hervorragende Lisa Gadenstätter. @LJzib24 @LJgenuggehetzt." Dieser Tweet wurde innerhalb von 24 Stunden über 200 Mal geteilt und favorisiert. Und die Solidaritätswelle ging noch weiter: Mittwochnachmittag tauschten einige Menschen ihr Profilbild auf Facebook gegen ein Blumenfoto. Nach eigener Aussage hat Kopf den Begriff Flowerrain schon vor einiger Zeit als Gegenmodell für den Shitstorm erdacht.
(Die Presse, 31.07.2014, S. 24; Blumenregen der Solidarität für Moderatorin)

Ausführlich dazu:

Kookkurrenzanalyse zu Shitstorm